Keratosis pilaris: Was hilft bei Reibeisenhaut?
Kleine raue Pünktchen an Oberarmen, Oberschenkeln oder Beinen – das ist typisch für Keratosis pilaris, auch bekannt als Reibeisenhaut. Die Haut fühlt sich uneben an und sieht manchmal leicht gerötet aus. Das ist aus medizinischer Sicht meist harmlos, kosmetisch können die rauen Stellen jedoch als störend empfunden werden. Was hinter Keratosis pilaris steckt und welche Pflege die Haut unterstützen kann, erklären wir Ihnen hier.

dm drogerie markt
Lesedauer 6 Min.
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6.7.2026

Was ist Keratosis pilaris?
Keratosis pilaris ist eine häufige Verhornungsstörung der Haarfollikel. Bei Haarfollikeln handelt es sich um die kleinen Hautöffnungen, aus denen feine Härchen wachsen. Dort sammeln sich Keratin und abgestorbene Hautzellen an. Bei Keratosis pilaris fühlt sich die Haut oft rau und uneben an. Die Pünktchen erinnern auf den ersten Blick an Gänsehaut, bleiben aber dauerhaft sichtbar. Umgangssprachlich ist Keratosis pilaris auch als Reibeisenhaut bekannt – insbesondere Oberarme, Oberschenkel und Gesäß können betroffen sein.
Reibeisenhaut verursacht normalerweise keine Schmerzen und ist nicht ansteckend. Doch die rauen Stellen können kosmetisch als störend empfunden werden – vor allem, wenn die Haut trocken wirkt oder Rötungen sichtbar sind.
Wie sieht Reibeisenhaut aus?
Keratosis pilaris zeigt sich vor allem durch eine veränderte Hautstruktur: Beim Darüberstreichen fühlen sich die Bereiche körnig, rau oder leicht stoppelig an. Die Haut kann zudem unterschiedlich aussehen: Teilweise wirken die Haaröffnungen gerötet oder etwas dunkler. Wenn Sie trockene Haut haben, enge Kleidung tragen oder sich rasieren, können die Unebenheiten stärker auffallen.
Ursachen für Keratosis pilaris
Reibeisenhaut tritt oft familiär gehäuft auf. Ob jemand zu Keratosis pilaris neigt, hängt somit von der Veranlagung ab. Die Haut bildet dabei vermehrt Hornzellen oder stößt abgestorbene Hautzellen nicht gleichmäßig ab. Dadurch lagert sich Keratin an den Ausgängen der Haarfollikel ab. Die Hautoberfläche fühlt sich uneben an und die kleinen Pünktchen treten hervor.
Wenn Sie trockene Haut haben, kann Keratosis pilaris stärker auffallen. Kalte Luft, heißes Duschen, Rasieren oder reibende Kleidung können die Haut zusätzlich reizen.
Welche Wirkstoffe helfen bei Reibeisenhaut?
Bei der Pflege von Reibeisenhaut kommt es auf zwei Dinge an:
- Verhornte Stellen sanft lösen (Exfoliation).
- Die Haut mit Feuchtigkeit versorgen.
Peeling mit Milchsäure oder Salicylsäure
Milchsäure zählt zu den Alphahydroxysäuren (AHA-Säuren), Salicylsäure wiederum zu den Betahydroxysäuren (BHA-Säuren). Beide Wirkstoffe kommen in chemischen Peelings oder glättenden Pflegeprodukten vor. AHA und BHA lösen abgestorbene Hautzellen sanfter und gründlicher als grobes Rubbeln mit körnigen Peelings. Für Reibeisenhaut ist das sinnvoll, da die Unebenheiten durch verhornte Hautzellen an den Haarfollikeln entstehen. Milchsäure kann außerdem Feuchtigkeit binden. Salicylsäure wirkt entzündungshemmend und reinigt die Poren intensiv.
Feuchtigkeitspflege für trockene Haut
Neben Peelings ist die Feuchtigkeitspflege wichtig. Inhaltsstoffe wie Glycerin, Panthenol oder Ceramide pflegen trockene Haut und machen sie geschmeidiger. Wenn Sie Ihre Haut regelmäßig eincremen, fühlt sie sich schon bald weicher an und spannt weniger.
Die richtige Pflegeroutine bei Keratosis pilaris
Die folgende Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie beim Peeling von Reibeisenhaut sanft vorgehen und Ihre Haut optimal pflegen können.
1. Haut behutsam reinigen
Greifen Sie unter der Dusche zu einem milden Duschgel oder einer milden Waschlotion. Heißes Duschen kann den natürlichen Fettfilm der Haut beeinträchtigen und die Haut zusätzlich austrocknen. Daher ist es besser, kurz und nicht zu warm zu duschen.
2. Mit chemischem Peeling langsam starten
Chemische Peelings mit AHA oder BHA tragen dazu bei, verhornte Stellen sanft zu lösen. Integrieren Sie das Peeling allerdings Schritt für Schritt in Ihre Pflegeroutine. Anfangs genügt es meist, die Haut einmal pro Woche zu behandeln und die Pflege nach ungefähr fünf Minuten wieder abzuwaschen. Schauen Sie sich auch die Verwendungshinweise auf der Verpackung an.
3. Grobes Rubbeln vermeiden
Körnige Peelings, grobe Bürsten oder raue Peelinghandschuhe können die Haut eher reizen. Behandeln Sie Ihre Haut daher mit chemischen Peelings und trocknen Sie die betroffenen Stellen anschließend behutsam ab.
4. Intensiv eincremen
Denken Sie nach der Reinigung an eine reichhaltige Feuchtigkeitspflege. Bodylotions oder Cremes mit Urea und anderen feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen pflegen raue Stellen und machen sie geschmeidiger.
5. Sonnencreme nicht vergessen
AHA- und BHA-Pflegeprodukte können die Haut empfindlicher für UV-Strahlung machen. Deswegen sollten Sie vor allem die Arme und Beine im Sommer sorgfältig mit Sonnencreme schützen.
Reibeisenhaut vorbeugen: Tipps für den Alltag
Am besten pflegen Sie Ihre Haut regelmäßig – und nicht erst, wenn die rauen Stellen wieder mehr auffallen. Wir geben Ihnen praktische Tipps, was der Haut guttut und wie sich neue „Bumps“ verhindern lassen.
Konsequente Pflegeroutine: Eine einfache Routine mit milder Reinigung, sanftem Peeling und Feuchtigkeitspflege ist meist effektiver, als ständig neue Produkte auszuprobieren. So hat die Haut Zeit, sich an die Pflegeprodukte zu gewöhnen.
Sofort nach dem Duschen eincremen: Nach dem Waschen fühlt sich die Haut noch für einen Moment leicht feucht an. Eine Bodylotion oder Creme lässt sich dann leichter verteilen und macht die Haut angenehm geschmeidig.
Weiche Kleidung tragen: Enge Kleidungsstücke oder raue Stoffe reiben auf der Haut. Wählen Sie daher eher bequeme Sachen, die locker sitzen und die Haut schonen.
Rubbeln und Kratzen vermeiden: Kräftiges Rubbeln macht unebene Haut nicht glatter, sondern kann eher den gegenteiligen Effekt haben und die Haut zusätzlich reizen. Cremen Sie sich daher ein, wenn die Haut juckt oder spannt.
Fazit
Keratosis pilaris ist harmlos, kann aber optisch stören. Eine sorgfältige, regelmäßige Pflegeroutine macht den größten Unterschied und kann die Haut langfristig unterstützen. Dazu gehören eine milde Reinigung, sanfte Peelings mit BHA oder AHA und eine reichhaltige Feuchtigkeitspflege. Wenn die Stellen nicht besser werden oder die Haut unangenehm juckt oder schmerzt, sollten Sie das hautärztlich abklären lassen. Mit der passenden Pflege und etwas Geduld bessert sich Reibeisenhaut allerdings meist – und die Haut fühlt sich mit der Zeit deutlich geschmeidiger an.






