Pickel am Po
Sie sind weitverbreitet und viele sind davon betroffen – nur spricht kaum jemand darüber: Pickel am Po. Meist handelt es sich nicht um „klassische Akne“, sondern um entzündete Haarfollikel („Follikulitis“) oder Irritationen, die durch Schweiß und Reibung der Kleidung entstehen. Die gute Nachricht: Mit ein paar gezielten Gewohnheiten und passenden Produkten bekommt man die Hautirritationen gut in den Griff.

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Lesedauer 3 Min.
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31.7.2026

Ursachen für Pickel am Po
Hinter Pickeln am Gesäß können ganz unterschiedliche Auslöser stecken. Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig auf die Haut ein und begünstigen so kleine Entzündungen. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Ursachen.
Verstopfte Poren, Bakterien & Pilze
Verstopfte Poren, Bakterien & Pilze
In der menschlichen Haut gibt es verschiedene Arten von Follikeln. Am Po stehen die Haarfollikel im Mittelpunkt, die sich aus zwei wesentlichen Bestandteilen zusammensetzen:
- der Öffnung an der Hautoberfläche, aus der das Haar wächst
- einer feinen Vertiefung in der Haut
Lagern sich nun Talg und abgestorbene Hornzellen im Follikel ab und verschließen ihn, können sich kleine Knötchen oder Pusteln bilden. Geraten zusätzlich Bakterien, vor allem Staphylococcus aureus, in den Follikel und vermehren sich dort, kommt es zu einer Entzündung. Auch winzige Verletzungen, etwa durch Kratzen oder beim Rasieren, können den Prozess in Gang setzen.
Eine weitere mögliche Ursache sind Hefepilze. Bei der sogenannten Malassezia-Follikulitis, ausgelöst durch den Hefepilz Malassezia, treten häufig viele gleichförmige, juckende Pusteln auf. Sie entwickeln sich besonders gerne, wenn die Haut über längere Zeit luftdicht abgedeckt ist (man spricht von „Okklusion“) oder stark schwitzt.
Reibung, Schweiß & enge Kleidung
Reibung, Schweiß & enge Kleidung
Apropos Schwitzen: Schweiß spielt bei Pickeln am Po eine zentrale Rolle. Beim Sport oder an warmen Tagen sammelt sich Feuchtigkeit in den Hautfalten. Zusammen mit Wärme entsteht ein idealer Nährboden für eine Follikulitis.
Eine der häufigsten Ursachen ist allerdings die Reibung durch enge oder unpassende Kleidung. Vor allem synthetische Stoffe, die die Haut kaum atmen lassen, können Irritationen begünstigen. So entstehen kleinste Hautreizungen, in denen sich Bakterien wohlfühlen. Auch langes Sitzen, etwa im Büroalltag, erhöht den Druck und die Reibung auf empfindliche Stellen. Wer viel sitzt, sollte daher alle 60 bis 90 Minuten kurz aufstehen und sich bewegen.
Weitere Auslöser: Hormone, Immunsystem, Bäder und Haarentfernung
Weitere Auslöser: Hormone, Immunsystem, Bäder und Haarentfernung
Neben äußeren Einflüssen wirken auch innere Faktoren auf das Hautbild. Hormonelle Schwankungen, etwa in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder im Verlauf des Menstruationszyklus, können die Talgproduktion beeinflussen und die Entstehung von Pickeln fördern.
- Ein geschwächtes Immunsystem durch Krankheit oder Medikamente sowie Stress sind weitere Gründe für Pickel am Po: Der Körper ist anfälliger für Infektionen – auch für die Follikulitis.
- Auch die individuelle Veranlagung spielt eine Rolle. Denn manche Menschen neigen schlichtweg eher zu Hautproblemen als andere oder haben mehr Haare bzw. Haarfollikel am Po.
- Hot-Tub-Follikulitis: Nach einem Aufenthalt im Whirlpool oder einem heißen Bad kann diese in der Regel harmlose Hautinfektion auftreten. Verantwortlich sind verunreinigtes, warmes Wasser und Pseudomonas-Bakterien. Meist klingt die Reizung bereits ein bis zwei Tage nach dem Baden wieder ab.
Wenn es keine Akne ist: ähnliche Hautveränderungen am Po
Wenn es keine Akne ist: ähnliche Hautveränderungen am Po
Nicht jede Veränderung am Po ist automatisch ein Pickel. Es gibt Hautbilder, die ähnlich aussehen, aber andere Ursachen haben:
- Keratosis pilaris: Dabei handelt es sich um eine Verhornungsstörung der Haut. Bei der umgangssprachlich „Reibeisenhaut“ genannten Veränderung zeigen sich raue, stecknadelkopfgroße Knötchen.
- Hidradenitis suppurativa: Diese chronisch-entzündliche Hautkrankheit verursacht tiefe, sehr schmerzhafte Knoten oder Abszesse. Sie sollte ärztlich abgeklärt werden, da sie unbehandelt Narben hinterlassen kann.
Pickeln am Po vorbeugen: die besten Alltagstipps
Damit es gar nicht erst zu einer „Follikulitis“ am Gesäß kommt, helfen einige einfache Maßnahmen, die sich gut in den Alltag einbauen lassen.
Kleidung und richtige Textilpflege
Atmungsaktive Materialien wie Baumwolle oder hochwertige Funktionsstoffe sind eine gute Wahl, um Hautunreinheiten vorzubeugen. Wichtig ist außerdem, dass die Kleidung nicht zu eng anliegt. Wer beim Sport oder bei körperlicher Arbeit stark schwitzt, sollte anschließend möglichst rasch duschen und trockene Wäsche anziehen.
Auch die richtige Textilpflege trägt zur Hautgesundheit bei:
- Rückstände von Waschmittel, Weichspüler oder Hygienespüler können empfindliche Haut reizen und sollten daher gründlich ausgespült werden.
- Hygienespüler kommen am besten nur dann zum Einsatz, wenn sie wirklich nötig sind.
- Unterwäsche sollten Sie regelmäßig bei mindestens 40 Grad waschen, sofern der Stoff es zulässt, gerne auch bei 60 Grad.
Hygiene-Routinen für eine reine Haut am Po
Eine regelmäßige, aber sanfte Reinigung ist ein wichtiger Baustein der Vorbeugung. Für den Gesäßbereich eignen sich milde, pH-hautneutrale Reinigungsprodukte, die die Haut nicht zusätzlich austrocknen.
Sanftheit ist dabei das A und O: Spülen Sie Rückstände von Seifen oder Duschgels mit lauwarmem Wasser ab und tupfen Sie die Haut anschließend vorsichtig trocken, statt zu rubbeln. Antibakterielle Duschgele können zusätzlich helfen, das Mikrobiom der Haut im Gleichgewicht zu halten, sodass sich „Staphylococcus“ „aureus“ weniger stark ausbreitet.
Auch ein häufiger Wechsel der Unterwäsche ist sinnvoll. Besonders nach dem Sport sollte verschwitzte Kleidung möglichst zeitnah gewechselt werden, damit Feuchtigkeit und Bakterien keine Gelegenheit bekommen, sich festzusetzen.
Tipp für Sportbegeisterte: Sogenannte Anti-Chafing- oder Anti-Scheuer-Produkte können dabei helfen, Scheuerstellen während des Trainings zu vermeiden.
Pickel am Po behandeln: diese Möglichkeiten gibt es
Wie Pickel am Po am besten behandelt werden, hängt davon ab, wie stark die Follikulitis ausgeprägt ist. In vielen Fällen reicht eine angepasste Pflegeroutine. Manchmal sind medizinische Wirkstoffe oder ein Arztbesuch sinnvoll. Die folgenden Tipps geben Ihnen eine erste Orientierung.
Sanfte Hautpflege gegen Pickel am Po
Sanfte Hautpflege gegen Pickel am Po
Eines vorweg: Drücken Sie Pickel am Po nicht aus. Das kann die Entzündung verschlimmern und im schlimmsten Fall zu einer Infektion führen. Sanft wirkende kosmetische Produkte sind die deutlich bessere Wahl. Dazu gehören zum Beispiel:
- leichte, nicht fettende Feuchtigkeitslotionen, die die Haut beruhigen
- chemische Peelings, die abgestorbene Hautzellen entfernen und die Poren klären; diese können je nach Verträglichkeit zwei- bis dreimal pro Woche angewendet werden
Wichtig: Selbstgemachte Peelings mit groben Zutaten wie Zucker oder Salz sowie der Einsatz eines Luffa-Schwamms werden gerne als Hausmittel empfohlen. Davon raten wir ab, denn solche mechanischen Peelings können entzündete Stellen aufreißen und die Hautirritationen zusätzlich verschlimmern.
Hilfreich können außerdem folgende Wirkstoffe und Produkte sein:
- Duschgels oder Leave-on-Produkte mit Salicylsäure (BHA) in einer Konzentration von 1 bis 2 %
- Produkte mit Glykolsäure oder Lactat (AHA) bei „Reibeisenhaut“
- Bodylotions mit 5 bis 10 % Urea für ein glatteres Hautgefühl
- ein Waschstück mit Benzoylperoxid (BPO) in einer Konzentration von 5 bis 10 %, das zwei bis fünf Minuten einwirken sollte und anschließend gründlich abgespült wird (Achtung: BPO kann Textilien bleichen)
Besteht der Verdacht auf eine Pilz-Follikulitis, kann ein Ketoconazol-Shampoo eingesetzt werden. Es wird zwei- bis dreimal pro Woche wie ein Duschgel auf die betroffene Haut aufgetragen und kurz einwirken gelassen.
Auch warme Kompressen können die Heilung unterstützen, allerdings nur bei reifen „Eiterköpfchen“. Sie machen die betroffenen Stellen geschmeidig und fördern die Hautregeneration. Wichtig auch hier: Die Pickel auf keinen Fall ausdrücken oder aufschneiden.
Medizinische Wirkstoffe und ärztliche Behandlung
Medizinische Wirkstoffe und ärztliche Behandlung
Es gibt eine ganze Reihe an Produkten, die speziell auf die Behandlung einer Follikulitis ausgerichtet sind. Dazu zählen unter anderem topische Antibiotika, die häufig als Salbe oder Creme bei einer bakteriellen Follikulitis zum Einsatz kommen. Sie sollten allerdings nicht als alleinige Behandlung und nicht über einen langen Zeitraum angewendet werden.
Die genaue Dauer der antibiotischen Behandlung gehört in ärztliche Hände, denn ein zu langer Einsatz kann Resistenzen begünstigen. Gleichzeitig kann ein Dermatologe oder eine Dermatologin einschätzen, ob eine kurzfristige Kombination aus Antibiotikum und Benzoylperoxid (BPO) sinnvoll ist.
Wann ein Arztbesuch ratsam ist
Wann ein Arztbesuch ratsam ist
In den meisten Fällen lassen sich Pickel am Po mit der passenden Pflege, geeigneten Hygieneroutinen und etwas Geduld gut in den Griff bekommen. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Besuch in der dermatologischen Praxis empfehlenswert ist. Wiederkehrende Staphylokokken-Follikulitiden zum Beispiel sollten ärztlich abgeklärt werden. Dabei wird in der Regel ein Abstrich genommen, um die genauen Erreger zu bestimmen.
In seltenen Fällen wird eine sogenannte Dekolonisation durchgeführt. Dabei werden typische Körperregionen, die von Staphylokokken besiedelt sein können (etwa Nase, Körperhaut und Haare), mit antibakteriellen oder antibiotischen Wirkstoffen behandelt, damit der Erreger den Körper verlässt.
Bei folgenden Anzeichen sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen:
- starke Schmerzen
- schnell zunehmende Rötungen
- Fieber
- sehr druckschmerzhafte Abszesse oder „Beulen“
- häufige Rückfälle über mehr als 3 Monate hinweg
- großflächig betroffene Hautareale
- Verdacht auf Hidradenitis suppurativa (chronisch-entzündliche Hautkrankheit) oder eine Pilz-Follikulitis
- auffällige Schübe nach einem Whirlpoolbesuch (Hot-Tub-Follikulitis)
- bestehende Diabeteserkrankung
- Immunsuppression
- Schwangerschaft
Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann eine genaue Diagnose stellen und bei Bedarf gezielte Behandlungen verordnen, etwa medizinische Cremes oder Antibiotika. Auch eine professionelle Hautreinigung kann dabei unterstützen, hartnäckige Hautprobleme zu verbessern.
Fazit
Pickel am Po sind in den allermeisten Fällen harmlos und entstehen häufig durch eine Kombination aus Schweiß, Reibung, verstopften Poren und Bakterien. Mit atmungsaktiver Kleidung, einer sanften Reinigungsroutine und der passenden Pflege können Sie viel dafür tun, die Haut am Gesäß ruhig und ausgeglichen zu halten. Bleiben die Hautirritationen hartnäckig, kehren immer wieder oder gehen mit starken Beschwerden einher, ist eine dermatologische Abklärung der nächste sinnvolle Schritt. Auf diese Weise finden Sie die Ursache und die für Ihre Haut passende Behandlung.
Quellen
Printquellen
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Quelle: Fiumara, N. J., & Tang, S. (1986). Folliculitis of the buttocks and pinworms. Sexually Transmitted Diseases, 13(1), 45–46. https://doi.org/10.1097/00007435-198601000-00009






